2025 | Visuelle Poesie

AUSSTELLUNG IM KÜNSTLERHAUS

Eröffnung bei der Kult(o)urnacht, Freitag, 13. Juni 19 Uhr.

Begrüßung Andrea Niessen
Einführung Magdalena Trimborn

Musik: Acoustic Blues von Wolfgang Schuster (Gitarre, Gesang) und Albert Koch (Mundharmonika, Gesang).

Dazu malen die Künstler Hanna Neuhaus, Magdalena Trimborn und Martin Eckrich im Hof des Künstlerhauses.

Der Speyerer Künstlerbund zeigt ab 13. Juni in seinem Haus die Ausstellung „Visuelle Poesie – Naturfotografie inspiriert durch Haiku“ der Fotogruppe Speyer.

Ellen Korelus-Bruder in der RHEINPFALZ

30 Bilder hängen in beiden Räumen. Entstanden sind sie in Zeiten der Pandemie, als es wichtig wurde, das Haus zu verlassen, der Natur einen Besuch abzustatten. Sabine Jost, Siegfried Kirr und Claus Marschner haben den Schritt gewagt, haben sich mit ihren digitalen Kameras Augenblicken langsam angenähert, die unwiederbringlich sind, sich stets verändern. Jeweils zehn Fotografien haben sie für die Ausstellung ausgewählt.

„Das Thema hat uns gefesselt“, erklärt Marschner. In dieser Zusammenstellung stellen die Fotografen zum ersten Mal gemeinsam aus. Erst bei längerem Verweilen seien Farben und Strukturen sichtbar geworden, beschreibt der Fotograf künstlerische Entdeckungen beispielsweise im Schilf am Binsfeld in der Abenddämmerung, aber auch in Büschen und Sträuchern am Rheinufer oder die üppige Vegetation in den damals noch nicht gesperrten Sanddünen. Der Betrachter blickt auf zarte Farben, wie sie im Abendlicht auf den ersten Blick nicht vorkommen. Gleiche Motive und Beobachtungen haben dennoch völlig unterschiedliche Fotografien, die Unscheinbares sichtbar machen, hervorgebracht, am Ende des Prozesses abstrakte Naturbilder hervorbringen und die visuelle Poesie exzellent beschreiben .

„Das richtige Weglassen des Unwesentlichen“

Auf Titel ihrer Natur-Bilder haben die Fotografen zugunsten von Haikus verzichtet. Der dreizeiligen japanischen Gedichtform hat sich Marga Fedder, eine Künstlerin des Literaturkreises Rhein-Neckar verschrieben und jedem Foto ein Haiku gewidmet. „Komm lass sie stehen Straßen Wegweiser, ganz nah die Blaublüten“ steht unter Kirrs gleichnamigen Foto. Sie beschreibe mit den Gedichten nicht, sie interpretiere, betont Fedder. „Das richtige Weglassen des Unwesentlichen“, ist die Devise der Autorin. Nichts passe besser zum „Projekt visuelle Poesie“, ist Marschner überzeugt. Herausgekommen ist Haiku-Fotografie, die den Betrachter anzieht, in eigene Fantasiewelten eintauchen lässt, herausgelöst aus der Zeit. „Eine Mischung aus Fotografie und Meditation hat zu dem Ergebnis der Ausstellung geführt“, betont Marschner. Die Arbeiten richten den Blick auf die stille Schönheit der Natur, oft übersehen, manches Mal überhaupt nicht zu sehen. So wie er hätten Jost und Kirr auf den Ausflügen Vorlieben wie abstrakte und experimentelle beziehungsweise Street-Fotografie eingesetzt. Marschners bevorzugte Techniken sind Mehrfachbelichtungen und Unschärfe, um Muster, Strukturen und Farbflächen mit der Kamera herauszuarbeiten.

Komposition aus Licht und Nähe
Eine Komposition aus Licht und Nähe ist den Fotografen gelungen. Den Betrachter begleiten Bilder nach Hause, an deren Existenz er bis zur Ausstellung visuelle Poesie nichtsahnend vorübergegangen ist.

 

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