Bürgermeisterin Monika Kabs begrüßt die neue Stipendiatin, eingerahmt von der Doppelspitze des Künstlerbunds Speyer, Andrea Niessen und Magdalena Hochgesang

LAURA BUCKLE | Willkommen in Speyer

Text und Bild Matthias Nowack | Rheinpfalz vom 9. Juli 2024

Die Stadt Speyer und der Künstlerbund begrüßen die Künstlerin Laura Buckle aus der englischen Partnerstadt Chichester als neue Stipendiatin. Die Künstlerin, Forscherin, Pädagogin und Aktivistin wird bis 6. September im Künstlerhaus arbeiten.

Die diesjährige Stipendiatin des Künstlerbundes heißt Laura Buckle und kommt aus Speyers englischer Partnerstadt Chichester. Bürgermeisterin Monika Kabs hat sie am Montag mit einem kleinen Empfang, an dem auch zahlreiche Mitglieder des Künstlerbundes und des Freundeskreises Chichester teilgenommen haben, im Neuen Trausaal des Historischen Rathauses begrüßt.

Buckle versteht sich als Künstlerin, Forscherin, Pädagogin und Aktivistin, die gerne mit Textilabfällen arbeitet. Sie wird bis zum 6. September im Künstlerhaus in der Sämergasse anzutreffen sein. Ende August/ Anfang September wird dort auch eine Ausstellung ihrer in Speyer geschaffenen Arbeiten zu sehen sein. 

Sozial engagierte Kunstpraxis

Die junge Künstlerin hat 2022 ihren Masterabschluss „Kunst und Ökologie“ an der Goldsmiths Universität in London absolviert, ein ökologisch ausgerichtetes Programm, das die künstlerische Gestaltung mit Fragen der Nachhaltigkeit und der globalen Ressourcen-Verschwendung verknüpft. 

Auf ihrer Homepage unter dem Künstlernamen „Flora Bucket“ macht sie deutlich, dass die Textilindustrie eine der längsten und kompliziertesten Industrieketten im verarbeitenden Gewerbe darstellt. Durch die Dekonstruktion und Rekonstruktion von Textilabfällen zielt ihre Arbeit darauf ab, die Komplexität dieses Industriezweiges zu entschlüsseln, ein ökologisches Bewusstsein für solche Prozesse zu schaffen und die Verantwortlichen zum Handeln aufzurufen. Ihre sozial engagierte Kunstpraxis nimmt viele Formen an, um Veränderungen sowohl von Institutionen als auch von Einzelpersonen zu ermutigen und zu inspirieren. In ihrer Heimat Chichester und West-Sussex führt sie auch Workshops zu diesen Themen durch. Nachhaltige Lösungen zum Schutz des Planeten liegen ihr deshalb sehr am Herzen. Buckle versteht sich als umweltorientierte Künstlerin, die Bewusstsein für die Probleme des globalen Klimawandels schaffen will

Neugierig auf das Brezelfest

Auch in Speyer wird sie in erster Linie mit gebrauchten Textilien arbeiten. In einem kurzen Video-Clip auf ihrer Instagram-Seite ist sie bereits in der Sämergasse zugange, wie sie im Zeitraffer Altkleider und gebrauchte Textilien farblich sortiert, die sie vor Ort von Mitgliedern des Künstlerbundes eingesammelt hat. 

Die ersten Tage in Speyer hat Buckle dazu genutzt, die Stadt zu erkunden. Besonders beeindruckt hat sie nach eigenen Angaben der Kaiserdom und der Rhein. Neugierig ist sie auf das in dieser Woche startende Brezelfest. Ein großes Volksfest dieser Art hat ihre Heimatstadt Chichester nicht zu bieten, sagt die junge Künstlerin, und beißt genüsslich in eine Speyerer Brezel.

Seit 1988 hatten insgesamt 34 ausländische Künstlerinnen und Künstler die Gelegenheit, in den Sommermonaten in der Domstadt im Künstlerhaus zu arbeiten und auszustellen. Das Internationale Stipendium Künstlerhaus Speyer wird finanziell unterstützt von der Stadt Speyer und betreut von den Mitgliedern des Künstlerbundes. Künstler aus 25 Nationen haben so ihre Sommer im Künstlerhaus verbracht und sorgten für Internationalität im kulturellen Leben der Stadt. Darunter auch immer wieder Kulturschaffende aus den Speyerer Partnerstädten.

 

LAURA BUCKLE | Stipendium 2024

INTERNATIONALES STIPENDIUM KÜNSTLERHAUS SPEYER

Die neue Stipendiatin von Künstlerbund und Stadt Speyer kommt aus der englischen Partnerstadt Chichester. Zwischen Speyer und Chichester gibt es viele Gemeinsamkeiten: Die römische Stadtgründung, ein kompaktes historisches Zentrum, das fußläufig leicht zu erschließen ist, eine bedeutende Kathedrale und ein starkes kulturelles Profil gehören dazu. Zum interkulturellen Austausch, aber auch zur Belebung der jungen Städtepartnerschaft wurde zwischen Stadt und Künstlerbund vereinbart, das für 2024 bevorzugt in Chichester geworben. Dank der Vermittlung des Kulturamts der Stadt konnte ein intensiver Kontakt zu
  interessierten Künstlern hergestellt werden, die mit überraschend vielen Bewerbungen auf die Einladung nach Speyer reagierten.

Unter den Einreichungen wurde Laura Buckle als Stipendiatin ausgelobt. 
Laura Buckle, alias Flora Bucket bezeichnet sich selbst als „umweltorientierte Künstlerin der Arbeiterklasse, die beabsichtigt durch ihre künstlerische Arbeit, Bewusstsein und Maßnahmen für Fragen des globalen Klimawandels zu schaffen“

Wir sind gespannt, was uns erwartet und freuen uns auf Laura, die Anfang Juli nach Speyer kommt und im Künstlerhaus leben und arbeiten wird.

Wer sich näher zur Künstlerin informieren möchte, besucht am besten Lauras Homepage und auch ihren sehr informativen Instagram-Account.

RÜCKBLICK

Film © Michael Lauter

Eröffnungsveranstaltung 3. Mai 2024.
Für die musikalische Umrahmung sorgten Claus Kiesselbach (Vibraphon) und Martin Simon (Kontrabass)

Künstlerführungen
jeweils Do 16., 30. Mai, sowie Do 13. Juni | 17:00

„Bordsteinschwalben“ Heidelberg
Sa 25. Mai, 18:00 Uhr

 Performance „Im All-Eins“ von Martin J. Eckrich
 Sa 8. Juni, 15:00 Uhr 

Eintritt frei

Eröffnung Jubiläumsausstellung 
Freitag 3. Mai 2024, 18 Uhr
Begrüßung Hansjörg Eger, Vorsitzender

Grußwort Monika Kabs, Bürgermeisterin
Einführung Dr. Matthias Nowack

Musik: 
Claus Kiesselbach (Vibraphon) 
Martin Simon (Kontrabass)

Ausstellung vom 3.04. bis 24.06.2024

Während der Ausstellung präsentiert der Künstlerbund Speyer seinen Digitalen Katalog – eine Sammlung von Kurzvideos mit Künstlerpoträts zum 40-jährigen Bestehen der Vereinigung.

40 Jahre Künstlerbund Speyer in 12 Minuten

Die Speyerer Oberbürgermeisterin  Stefan Seiler, Altbürgermeister Hanspeter Brohm, Prof. Peter Eichhorn, der ehemalige Kulturamtsleiter Dr. Matthias Nowack und die Vorsitzenden des Künstlerbundes, Magdalena Hochgesang und Andrea Niessen, blicken zurück und sprechen über Strategien für die Zukunft der Vereinigung.

Der Künstlerbund Speyer kann in diesem Jahr auf 40 Jahre zurückblicken. Aus diesem Anlass präsentieren sich die Mitglieder  vom  3. Mai bis 24.Juni 2024 im Kulturhof Flachsgasse in einer Jubiläumsausstellung präsentieren.

Betrachtet man die Geschichte der Künstlervereinigungen, so stellt man schnell fest, dass eine solch lange Zeitspanne für einen Zusammenschluss kreativer Köpfe eher die Ausnahme darstellt; selbst große Künstlervereinigungen erreichten oft nicht das Erwachsenenalter. Vielleicht liegt es aber auch am besonderen Charakter der Stadt und ihrer Bewohner, die Kunst und Kultur einen besonderen Stellenwert einräumen und auch seit ihrer Gründung der Vereinigung mit Interesse und Unterstützungsbereitschaft begegnen.

Andererseits bereichert der Künstlerbund seit mehr als vier Jahrzehnten mit seinen Ausstellungen, künstlerischen Aktivitäten und Kunstprojekten das kulturelle Leben der Stadt. Dabei hat er nicht nur in etablierten Ausstellungsinstitutionen Werke präsentiert, sondern in der Stadt mehrfach Ausstellungen und Kunstprojekte an besonderen Orten organisiert, ob im historischen Wasserturm, in ehemaligen Kasernen und Fabriken, ehemaligen Kirchen und bürgerlichen Villen, immer hat es der Künstlerbund verstanden, ortsspezifisch und aktuell künstlerische Akzente zu setzen.

Auch über den lokalen Rahmen hinaus hat der Künstlerbund an vielen Orten ausgestellt, nicht nur im deutschen Raum, sondern auch in Dänemark, Russland, Frankreich, Italien und Israel.

Des Weiteren füllt der Künstlerbund das Künstlerhaus in der Großen Sämergasse mit Leben. Der Verein organisiert hier  Ausstellungen eigener Mitglieder oder regionaler Kunstschaffenden und Künstlerverbände aus der weiteren Region. Zudem bekommt im Rahmen des Internationalen Stipendiums Künstlerhaus Speyer seit über 35 Jahren jeweils ein ausländischer Künstlerin Gelegenheit, die Sommermonate in der Domstadt zu  arbeiten, finanziert von der Stadt Speyer und betreut von den Mitgliedern des Künstlerbundes. Künstler aus über 25 Nationen, darunter etliche Kunstschaffende aus den Speyerer Partnerstädten, kamen so im Laufe der Jahre nach Speyer und sorgten für einen regen Kulturaustausch.

Will man es auf den Punkt bringen, dann kann man sagen: Der  Künstlerbund Speyer ist seit nunmehr 40 Jahren ein Aktivposten der Speyerer Kunstszene, zum Wohle der hier lebenden Künstler und der Stadt gleichermaßen.

Präsentation des Digitalen Katalogs in der Ausstellung im Kulturhof Flachsgasse auf einem Info-Terminal mit Touchscreen

Der Künstlerbund stellt aus Anlass des 40. Jubiläums mit einem Digitalen Katalog die einzelnen Mitglieder und ihre künstlerische Arbeit in kurzen Videos vor. Mit diesem innovativen Format geht der Künstlerbund nun neue Wege, mit der Absicht, sich einem jüngeren Publikum zu öffnen.

Die Filmclips werden nicht nur auf dieser Homepage und den Internetauftritten der Künstler zu sehen sein, sondern sollen auch über den Offenen Kanal, Social Media, YouTube, Facebook oder Instagram möglichst neue Zielgruppen erreichen.

Wer immer auf dem Laufenden sein möchte, der abonniert am besten unseren YouTube Channel Künstlerbund Speyer – einfach den nebenstehenden Link anklicken!  Hier sind alle fertigen Videos zu sehen und in loser Folge kommen ständig neue Videoclips hinzu!

SWR berichtet über den Künstlerbund

Die Ausstellung im Kulturhof Flachsgasse war für den SWR Anlass, über den Künstlerbund zu berichten. Die SWR- Reporterin Susanne Böhme  sprach mit Magdalena Hochgesang, Martin Eckrich und Luisa Schmeißer. Das Interview wurde am 10. Juni in SWR Kultur gesendet.

Die besondere Beziehung ehemaliger Stipendiaten spiegelt sich auch in der nachfolgenden Videobotschaft  von Yuanchang Tang aus Ningde / China.

Der Maler Yuanchang Tang aus Ningde, China, war in den Sommermonaten 2015 Stipendiat des Künstlerbunds Speyer. Der in der traditionellen chinesischen Malerei ausgebildete Künstler sah sich in dieser Zeit mit der vielfältigen europäischen Kunstszene konfrontiert und setzte sich mit ihr auseinander. Die künstlerischen Einflüsse finden immer wieder auch Niederschläge in seinem aktuellen Schaffen, wie auch nun Yuanchang Tangs große Ausstellung in der Kunsthalle Ningde Anfang 2024 zeigt.

Mit einer Videobotschaft bedankt er sich nun bei den Kollegen und Kolleginnen vom Künstlerbund Speyer und erneuert seine Einladung, ihn und seine Stadt zu besuchen.

Als musikalischen Geschenk übermittelte er für seine Freunde und Freundinnen in Speyer zudem ein Video-Konzert von Weijie Huang auf dem für China charakteristischen Musikinstrument Erhu.

Die Musikerin ist Yuanchang Tangs Nichte, das Video wurde von seiner Tochter Yanzhi produziert.

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